
Die AfD Baden-Württemberg hat einen Wahlwerbespot, den sie im Regionalsender Regio-TV zeigen lässt.
Eine leere, etwas heruntergekommene Straße bei Nacht… Schnee, Sirenen, etwas Müll… Blaulicht am Ende der Straße – und dann der Slogan: Du siehst es doch auch!
Und da wollte ich natürlich wissen, was genau ich sehe, oder sehen soll.
Nun, ich sah eine leere Straße bei Nacht, und die merkwürdig fremdländischen Schilder an den zahlreichen Geschäften, bei denen man sofort ahnte, dass es sich wahrscheinlich um Kleingewerbe-Betriebe von Menschen mit Migrationshintergrund handeln würde, Handy-Shops, Nagelstudios, Döner-Buden… (Lauter Betriebe, deren fortwährende erfolgreiche Existenz im System der sozialen Marktwirtschaft nur bedeuten kann, dass sie einen tatsächlichen Bedarf befriedigen – sagt der BWLer in mir).
Jedenfalls vermittelt sieht die Straße tatsächlich irgendwie dystopisch und kaputt aus. Und dann erkannte ich, warum:
Am gelben Schild im Screenshot oben sieht man es eindeutig: Die Zeichen ergeben keinen Sinn, es ist eine KI- halluzinierte Mischung aus Buchstaben und etwas, das wie asiatische Logogramme aussehen soll. Die Spiegelung des Schildes im Schaufenster passt auch nicht wirklich. Und die linke Häuserreihe ist auf Höhe des relativ untypisch einzeln herumstehenden Baumes oberhalb des Erdgeschosses plötzlich wie abgeschnitten.
Nun mag man zur AfD stehen, wie man will – ich finde jedenfalls, dass man nicht mit einem von einer KI herbei-halluzinierten Verfalls-Szenario politische Werbung betreiben sollte. Weil das genau so manipulativ ist wie z.B. Fotos von Atomkraftwerken, wo schwarzer Rauch aus den Kühltürmen steigt, oder Fotos von Massenvernichtungs-Waffen im Irak.
Auch wenn es „nur“ eine Straße ist, die man hat generieren lassen, die man so oder so ähnlich wahrscheinlich auch in der realen Welt hätte finden können, wo es sicher auch irgendwann mal einen Polizeieinsatz gegeben hätte – um jetzt mal mögliche Ausreden zu skizzieren, die man vorbringen könnte, um den Einsatz des Fake-Videos zu rechtfertigen.
Aber wenn man sich als besonders offen kommunizierende Partei darstellt, die im Gegensatz zu anderen die Probleme benennt und sich sogar das Motto „Mut zur Wahrheit“ (sic!) auf die Fahnen schreibt, dann sollte man auch dazu stehen, bei der Wahrheit bleiben und nicht versuchen, die potenziellen Wähler mit KI-Fakes hinters Licht zu führen.